Licht und Schatten / by Georg Mayer

 Das Meer und mehr

Das Meer und mehr

Vom Meer, das jeden Tag eine andere Farbe hat. Vom Sand zwischen den Zehen und vom Sand im Bett, von vielen kleinen Abenteuern und einer großen Krankheit. Von Sandfliegen und auf dem Sand liegen. Vom Lernen, Wachsen und Finden.

 kapitän Moritz  

kapitän Moritz  

Schnell haben wir uns alle wieder in unseren zwei kleinen Hütten heimisch gefühlt, unsere Moskitozelte aufgeschlagen und unsere alten Essgewohnheiten aufgenommen. Die Tage starten früh, gegen 7. Sobald einer der beiden Buben wach ist, ist es der andere bestimmt auch bald. Aufgeweckt von Taxiboot, Frühstückshunger, oder einfach einer Katze, die unter lautem Miauen um die Hütte streift. Ich finde ja auf dieser Welt werden viel zu wenig Katzen verspeist.

 Morgenstund  

Morgenstund  

 hat Zunge im Mund  

hat Zunge im Mund  

Es folgt das Vorspiel zum Frühstück. Moritz diktiert mir den Traum von letzter Nacht. Lilan bemüht sich alle Nachbarn aufzuwecken. Schließlich packen wir uns zusammen, spazieren hinunter zum Strand, wo Moritz gern Taxiboot spielt und Lilan sich einen Rechen schnappt und zusammen mit einem Angestellten den Garten von Ästen und Blättern befreit.

 bei der Arbeit 

bei der Arbeit 

 beim Vergnügen  

beim Vergnügen  

 und zurück zur Arbeit

und zurück zur Arbeit

 Mo wird erwachsen

Mo wird erwachsen

Meist gegen 8 macht dann das Restaurant auf. Moritz sucht einen Platz für uns aus, setzt sich und bestellt für sich: "Appltschus" und "Dschäm und Toost" und hofft jeden Tag, dass sein Frühstück als erstes kommt. Ich tendiere eher zu Gemüse und Ei, während Dhana Früchte bevorzugt und Lilan zwischen all unserem Essen wählen kann. Wir essen halb im Liegen, auf wunderbar angenehmen Liegekissen, und, wie jedes Essen hier, kann auch schon das Frühstück sehr gesellig werden. Hier gibt es immer Familien mit Kindern. Und je nachdem wie lange sich dieses Frühstück entwickelt, steht nachher Strand oder Lilans Mittagsschlaf auf dem Programm, oder auch mal ein Ausflug.

 lilan und antonia  

lilan und antonia  

 Thong Nai Pan  

Thong Nai Pan  

Nachdem ich ein paar Tage zuvor schon in Thong Nai Pan ( unser östlicher Nachbarstrand) gewesen bin, um unsere klammen Bargeldvorräte aufzufüllen, haben wir beschlossen alle mal für ein paar Stunden hinzufahren. Gai hatte mich als Freund mitgenommen, und mich dort noch zu tollem Streetfood eingeladen. Die Anreise ist aufregend. Man benutzt eine wilde Bergschotterstrasse und das Auto wackelt gewaltig.

In Thong Nai Pan gingen wir erst mal Essen an den Strand. Wir haben einen wirklich heißen Tag erwischt, und so trieb es uns schon bald in einen eiskalten 7/11 Supermarkt. Windeln, Schokolade, Kuchen und Quetschis einkaufen. Nachher rüber in die Apotheke zu Pflastern und Sonnenmilch. Nach drei Stunden Ausflug wurden wir dann von Gai wieder abgeholt. Moritz und ich fuhren diesmal auf der Ladefläche des Pick-up mit. Sehr aufregend!

 und die Hauptstraße  

und die Hauptstraße  

Am nächsten Tag kündigte sich Unheil an. Dhana hatte schlecht geschlafen und wachte mit starken Kopfschmerzen auf. Als ihre Temperatur dann noch bis Abend an der 39 Grad Marke kratzte, gingen uns alle möglichen Schreckgespenster durch den Kopf. Malaria? Dengue? Schnell war beschlossen, dass Gai sie zum Krankenhaus bringt. Dhana. Mit hohem Fieber. Voll Angst und Travelgum. So gut es ging habe ich inzwischen den Laden geschupft. Mit Moritz' großartiger Hilfe habe ich es geschafft beide Kinder hinzulegen. Lilan war leider eine Stunde später schon wieder wach und wurde Zeuge wie Dhana, am Ende ihrer Kräfte, mit sehr labilem Kreislauf eintraf.

 sorgen

sorgen

 krankheit

krankheit

 Das Krankenlager  

Das Krankenlager  

Keine Malaria. Wahrscheinlich kein Dengue. Akute Mandelentzündung. Die nächsten Tage gestalten sich schwierig. Anstrengend. Angstvoll hoffend. Dhanas Zustand besserte sich nur langsam. Und als schließlich das Fieber besser wurde und die Halsschmerzen, stellten sich massive Kreislaufprobleme ein. Ich versuchte so gut es ging für sie dazusein, mich um die Kinder zu kümmern, und sie gleichzeitig auch einigermaßen gut von ihr fernzuhalten. So tolle es war Malaria ausschließen zu können, es änderte doch nichts an ihrem erbarmungsvollen Zustand. Ich bekam viel Unterstützung von den Hotelmitarbeitern. Gai erkundigte sich jedesmal nach Dhana, wenn er an unserer Hütte vorbeikam. Nana brachte heißes Wasser mit Honig, alle gaben sie mir Besserungswünsche mit auf den Weg.

 Die Behandlung  

Die Behandlung  

Nach ein paar Tagen hat sie sich soweit erholt, während bei mir erste Erschöpfungssymptome einsetzen. Ich bin froh, dass es ihr besser geht, zwischenzeitlich war ich schon sehr besorgt. Aber ich nehme an, so ist das auf langen Reisen. Ein solche Erkrankung ist da wohl jedesmal dabei.

 Die Genesung  

Die Genesung  

 Moritz beim forschen Forschen  

Moritz beim forschen Forschen  

Mit Gai habe ich über die Abrechnung für Dhanas Notfalltaxi gesprochen, er tauschte einen Blick mit Mïe, dem Meister in Sachen Geld. Der wandte sich mir zu und sagte unbeeindruckt und mit einem leisen Lächeln: "No pay. You like family away from home " - dafür müsst ihr nicht bezahlen. Ihr seid unsere Familie, wenn wir nicht zuhause bei unseren sind.

 Familie

Familie

 Und dicke Freunde  

Und dicke Freunde